Windows 7: Datenträgerüberprüfung beim Start bricht automatisch ab

Neulich habe ich auf einem Notebook neben einem Windows 7-System ein Linux installiert. Dazu musste die Windows-Partiton verkleinert werden, was das Windows üblicherweise dazu veranlasst, beim nächsten Start eine Datenträgerüberprüfung durchzuführen.

Diese Datenträgerüberprüfung lässt sich in den ersten 10 Sekunden durch einen Tastendruck abbrechen und auf den nächsten Start verschieben. Nun ergab sich aber das Problem, dass aus ungeklärten Gründen die Überprüfung abgebrochen wurde, ohne dass eine Taste gedrückt wurde. Man sah also noch ganz kurz den Abbruch-Countdown bei 10 Sekunden beginnen und kurz darauf erschien die Meldung „Die Datenträgerüberprüfung wurde abgebrochen“ und der Startvorgang wurde normal fortgesetzt. Dieses Spiel wiederholte sich bei jedem Start des Windows-Systems.

Die Lösung: Ich konnte den Abbruch-Timeout über die Registry auf 0 Sekunden herabsetzen, dann lief die Überprüfung problemlos durch. Die Anpassung ist über den DWORD-Wert AutoChkTimeout im Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager

möglich, der, wenn er nicht schon existiert, manuell angelegt und dann auf den Wert 0 gesetzt werden muss.

(via Lenovo-Forum und Winaero.com)

Spaß mit dem theme-color-Tag

Seit einiger Zeit unterstützt der Chrome-Browser auf Android-Systemen eine Funktion, die die UI-Elemente des Browsers in einem zur angezeigten Website passenden Farbton einfärbt. Dieses Feature nutzen zum Beispiel der Guardian, die FAZ oder eine Standard-Owncloud-Installation. Mich hat natürlich interessiert, wie das umgesetzt wurde.

Im Sourcecode konnte ich dann schnell das <meta>-Tag namens theme-color als Verantwortlichen ausmachen:

<meta name="theme-color" content="#005689">

Ich habe dann noch etwas damit herumgespielt und mich gefragt, ob die Farbe nach dem Laden der Seite, also zur Website-Laufzeit, von dieser noch verändert werden kann. Ergebnis: Ja, geht (hier eine kleine Demo) – zumindest im Chrome unter Android.

Einige konstruierte Anwendungsfälle:

  • Man könnte einem Fortschrittsbalken mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, indem man den Fortschritt auch im Browser-User Interface darstellt (etwa als Farbwechsel von schwarz über grau nach weiß)
  • Die Werbeindustrie kann jetzt endlich auch den Rahmen um die Website herum passend zur animierten Werbung mitblinken lassen

Und etwas genereller, auch ohne die Farbe ändern zu müssen:

  • Die Phisher können ihre Phishing-Site seriöser erscheinen lassen, indem sie ihr eine grüne Adressleiste verpassen, ein DV-Zertifikat installieren um ein Schloss zu bekommen und auf ihre Site schreiben: „Achten Sie beim Online-Banking stets auf die grüne Adressleiste in Ihrem Browser – nur dann nutzen Sie eine sichere Verbindung!“ – und schon sieht die falsche Site sicherer aus als die echte.

Ich glaube, diese Neuerung hat noch Potential. Ich bin jedenfalls gespannt, was die Guten und die Bösen des Internets daraus machen.

Festplatte im Laufwerksschacht

Ich habe mein ThinkPad T440p um eine (herkömmliche) Festplatte erweitert, weil mir auf der eingebauten SSD der Platz ausging. Dafür musste das DVD-Laufwerk weichen, in dessen Schacht nun die zweite Festplatte steckt. Der Festplattenadapter stammt von FirstCom und kostete via Amazon 10€. Ich habe eine Western Digital WD3200LPVX in den Adapter eingesetzt. Um das DVD-Laufwerk durch den Festplattenadapter zu ersetzen, muss die große Wartungsklappe auf der Unterseite entfernt werden (2 Schrauben) und anschließend im Inneren eine weitere Schraube, die das DVD-Laufwerk am Platz hält, gelöst werden. Diese ist mit einem CD-Symbol gekennzeichnet und liegt „ganz am Ende“ des Laufwerks. Die Schraube ist eine „captured screw“, man muss sie also nur lösen und nicht aus dem Loch entnehmen! Eine nähere Beschreibung mit Abbildungen ist ab Seite 62 (nach PDF-Zählung Seite 68) im Hardware Maintenance Manual zu finden.

Daraus ergibt sich auch, dass ein schneller Wechsel zwischen Platte und DVD-Laufwerk nicht ohne Weiteres möglich ist.

Der gelieferte Adapter sah bei mir etwas anders aus als auf dem Artikelbild. Rechts von der Vertiefung für die Festplatte war ein Aufkleber mit einer Einbauanleitung für die Festplatte angebracht, und der Plastikplatzhalter vorne in der Vertiefung war in meinem Fall gleichzeitig ein Schraubendreher, mit dem man zwei kleine Dorne, die in die vorderen Schraubenvertiefungen der Festplatte greifen, lösen und festziehen konnte.

Es folgen einige Fotos des eingebauten Adapters, da ich solche vor dem Kauf gesucht und nicht gefunden hatte:

Vorher

Vorher: Original-DVD-Laufwerk (älteres Bild)

Rechte Seite

Nachher: Jetzt mit Festplattenadapter

c

Vorne schließt der Adapter nahezu bündig mit dem Schacht ab

b

Hinten entsteht eine minimale Kante

Wie man sieht, schließt der Adapter an der Vorderkante bündig mit dem Laufwerksschacht ab, hinten entsteht eine kleine Kante – und insgesamt sieht die Front in der Tat etwas „schief“ aus. Ich finde das allerdings verschmerzbar.

Die Aktivitäts-LED leuchtet übrigens permanent grün, solange das ThinkPad eingeschaltet ist. Bei Zugriffen auf die Platte wird sie dann heller. Die von mir verbaute Platte ist für mein Empfinden sehr leise und stört mich nicht beim Arbeiten.

Screenshots, ganz einfach.

Ihr sitzt mal wieder an einem fremden Linux-Rechner, wollt eine Reihe von Screenshots aufnehmen, habt keinen Root-Zugriff und das einzige installierte Screenshot-Tool fragt jedes Mal aufs Neue, wo das Bildchen denn nun abgespeichert werden solle und hält euch einfach nur auf?

Hier ist die Lösung: Ich habe ein minimalistisches, portables Screenshot-Tool zusammengehackt. Primär hab ich es für Linux-Systeme gemacht, da es aber keinen großen Aufwand bereitete, hab ich es auch für Windows kompiliert.

Einfach herunterladen, ausführbar machen (chmod +x screenshottool oder mit dem Dateimanager der Wahl), starten und einen Ordner auswählen, in dem die Screenshots gespeichert werden sollen. Dann verzieht sich das Programm in den System-Tray und wartet darauf, von euch angeklickt zu werden. Ein Klick, ein Screenshot. Eine Bestätigung gibt es durch ein kleines Pop-up, das nach einer Sekunde automatisch wieder verschwindet. Die Screenshots werden im PNG-Format abgelegt, der Dateiname ergibt sich aus Datum und Uhrzeit (yyyy-mm-dd_hh-mm-ss.png).

Screenshottool im LXDE-Benachrichtigungsbereich

That’s it. Es wird immer der ganze Bildschirm aufgenommen. Keine bunten Pfeile, keine rosa Herzchen, kein Blingbling.

Das Programm stelle ich unter die WTFNMFPL, hier ist der Source Code. Continue reading ‘Screenshots, ganz einfach.’ »

Vorlesungsfolien und Präsentationen notizfreundlich drucken

Ein sehr unterschiedlich gehandhabtes Thema ist ja das der Vorlesungsmitschriften. Je nach Veranstaltung benutze ich derzeit entweder ein Notebook mit PDF Annotator (leider nur für Windows 🙁 ) und schreibe mir meine Anmerkungen direkt ins PDF, oder ich drucke die Folien aus und mache mir handschriftliche Notizen. Die handschriftliche Variante kommt vor allem bei den mathematischen Vorlesungen zum Einsatz, dank der vielen mathematischen Symbole und griechischen Buchstaben kommt man mit einem Notebook ohne Stifteingabe einfach nicht hinterher.

Also drucke ich die Folien in diesem Fall aus. 2 Folien pro Seite, doppelseitig, also 4 Folien pro Blatt. Die Blätter werden dann anschließend gelocht und zusammengetackert.

Ich habe mir mit LaTeX eine Vorlage gebastelt, die die Folien so auf einer A4-Seite ausrichtet, dass ich rechts daneben und darunter genug zusammenhängenden Platz für Notizen habe. Zusätzlich habe ich ein 5mm-Karomuster hinter die Seite gelegt.

Beispiel

Beispiel: So könnte ein Ausdruck aussehen

Die Vorlage möchte ich gerne hier veröffentlichen. Macht damit, was ihr wollt. Ihr müsst im Prinzip nur in der Datei karo.tex den Titel (Kopfzeile) anpassen, euer PDF in der vorletzten Zeile dort eintragen, wo beispiel.pdf steht, und dann (ggf. 2×) pdflatex drüberlaufen lassen und das Ergebnis ausdrucken. Wer mag, kann aber natürlich auch noch etwas Feintuning betreiben und z.B. die Intensität der Karolinien anpassen.

Vorsicht beim Unkenntlichmachen von IBANs

Man sieht es ja (glücklicherweise) relativ häufig, dass IBANs in E-Mails oder Webportalen nur verkürzt dargestellt werden, indem die letzten paar Ziffern durch X ersetzt werden. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass dank der Prüfziffer trotzdem noch ein Rückschluss auf die ursprüngliche IBAN möglich ist, wenn man beim Unkenntlichmachen zu sparsam vorgeht.

Wenn man die ersten 20 Stellen der 22-stelligen IBAN angibt und die letzten beiden durch X ersetzt, kann mithilfe der Prüfziffer in 97% der Fälle eindeutig bestimmt werden. In allen anderen Fällen gibt es nur genau zwei mögliche IBANs, die in Frage kommen.

Werden die letzten drei Stellen unkenntlich gemacht, können mithilfe der Prüfziffer 10 bis 11 IBANs errechnet werden, von denen eine die ursprüngliche IBAN ist. Werden die letzten vier Ziffern geschwärzt, sind es immerhin schon ~100 mögliche IBANs.

Es ist also Vorsicht geboten und sicherheitshalber sollten, wenn man schon Ziffern unkenntlich macht, mindestens 4 bis 5 Ziffern durch X ersetzt werden, sonst ist die Maßnahme reichlich sinnlos. Am Besten X-t man die Prüfziffer gleich mit weg.

Basics: Die Tastatur

Ich möchte an dieser Stelle einmal zu einem kleinen Rundumschlag ausholen und möglichst komplett aber dennoch kompakt eine Standard-Computertastatur beleuchten.

Hinweis: Es kann sein, dass einige Tastaturhersteller ihre Tastaturen in kleinen Details anders beschriften oder sogar einzelne Tasten weglassen. Insofern kann es hier und da zu einigen Abweichungen kommen.

Quelle: Quelle: KB Germany von StuartBrady, basierend auf KB United Kingdom von Denelson83, mit Änderungen von Deadcode~commonswiki und Magadan, via Wikimedia unter CC BY-SA 3.0 Unported, von mir erweitert.

Quelle: KB Germany von StuartBrady, basierend auf KB United Kingdom von Denelson83, mit Änderungen von Deadcode~commonswiki und Magadan, via Wikimedia unter CC BY-SA 3.0 Unported, von mir erweitert. Damit steht auch diese Grafik unter derselben Lizenz, hier die Vektorgrafik.

Ein großer Teil der Tastatur wird offensichtlich von den Buchstabentasten eingenommen. Darüber befindet sich eine Reihe von Zifferntasten, die doppelt, manche auch dreifach belegt sind. Es gilt hier die Faustregel: Die Zahl ist die Erstbelegung, d.h. ohne eine zusätzliche Taste zu erreichen. Um die darüberliegenden Zeichen zu erreichen (z.B. !, „, §), muss gleichzeitig mit der Zifferntaste die Umschalttaste gedrückt werden.

Die Umschalttaste gibt es üblicherweise zweimal pro Tastatur, einmal links neben dem Y, und einmal rechts neben dem –. Der Grund dafür ist, dass es beim Zehnfingerschreiben Vorteile bringt, d.h. die Hände müssen so weniger bewegt werden. Die Funktion beider Tasten ist identisch.

Das Zehnfingerschreiben ist übrigens auch der Grund für die kleinen Erhebungen auf dem F und dem J: auf diesen Tasten liegen in der „Grundstellung“ die Zeigefinger – die Erhebungen dienen also der Orientierung auf der Tastatur.

Aber zurück zu den Zifferntasten. Auf manchen befindet sich noch ein drittes Zeichen in der rechten unteren Ecke. Diese, in der Grafik oben blau gekennzeichneten, Symbole können erreicht werden, indem die Taste zusammen mit Alt Gr (rechts der Leertaste) gedrückt wird. Das gilt auch für alle blauen Symbole auf anderen Tasten, wie z.B. das At-Zeichen (@) auf dem Q und das Euro-Symbol (€) auf dem E.

Rechts neben den Zahlen liegt etwas versteckt der Buchstabe ß.

Links der 1 und rechts des ß befinden sich Tasten, deren Aufdruck in der Grafik oben teilweise rot gekennzeichnet ist. Konkret sind das der Zirkumflex (^) auf der linken und Akut (´) und Gravis (`) auf der rechten Seite. Diese Tasten sind sogenannte „dead keys“, also Tottasten und verhalten sich auf den ersten Blick etwas merkwürdig: Werden sie gedrückt, tut sich zunächst nichts. Das liegt daran, dass diese Zeichen dafür gedacht sind, über gewissen Buchstaben zu stehen. So kann mit einer deutschen Tastatur etwa auch ein ê oder ein é geschrieben werden. Dazu drückt man zunächst die entsprechende Tottaste und dann den Buchstaben, den man mit dem Zusatzzeichen versehen möchte: ^ und e ergibt ê.

Wichtig ist in dem Zusammenhang noch, dass es sich bei den Zeichen ´ und ` nicht um den Apostroph handelt, wie er in folgendem Satz vorkommt:

Gestern habe ich mir Markus‘ Fahrrad ausgeliehen.

Den Apostroph (bzw. streng genommen ein Ersatzzeichen dafür) findet man auf der Tastatur „über“ dem Doppelkreuz # (rechts neben dem Ä) aufgedruckt, er ist also mit Umschalt+# zu erreichen.

Der Zirkumflex (^) teilt sich die Taste zudem mit dem Gradzeichen (°), dieses ist – um die Verwirrung komplett zu machen – allerdings keine Tottaste, obwohl es ja etwa im Schwedischen durchaus auch ein a mit Ringakzent gibt (å).

In der untersten Zeile gibt es noch weitere Tasten, die für sich genommen zunächst einmal keine Aktion auslösen: Strg und Alt. Diese sind dafür gedacht, mit anderen Tasten zusammen gedrückt zu werden. Die Windows-Taste (zwischen Strg und Alt) öffnet das Startmenü, kann aber auch zusammen mit anderen Tasten benutzt werden und hat dann wiederum eine andere Funktion. So kann mit Windows+E beispielsweise der Windows Explorer geöffnet oder mit Windows+D der Desktop angezeigt werden.

Wichtige Tastenkombinationen in Zusammenhang mit Strg und Alt, die in fast allen Programmen funktionieren, sind:

  • Strg+C: Markierten Text kopieren (Text wird im Speicher (Zwischenablage) abgelegt und kann an beliebiger Stelle wieder eingefügt werden)
  • Strg+X: Markierten Text ausschneiden (wie kopieren, jedoch verschwindet der markierte Text an der aktuellen Position, während er beim Kopieren dort erhalten bleibt)
  • Strg+V: Einfügen von kopierten/ausgeschnittenen Elementen
  • Strg+P: Drucken (ruft das Druckmenü auf)
  • Strg+S: Speichern
  • Strg+O: Öffnen
  • Strg+Z: Letzten Schritt rückgängig machen
  • Strg+F: Suchen
  • Alt+F4: Fenster schließen

Die Taste Caps Lock ist ein Überbleibsel aus der Zeit der Schreibmaschinen. Sie ist eine von drei Tasten, die üblicherweise oben rechts auf der Tastatur über eine Aktivitäts-LED verfügt. Wird Caps Lock gedrückt, erscheinen alle danach (nicht: gleichzeitig) gedrückten Buchstaben als Großbuchstaben auf dem Bildschirm. Um Caps Lock wieder zu deaktivieren, wird diese Taste einfach erneut gedrückt.

Die Tabulatortaste (oberhalb von Caps Lock) stammt aus derselben Zeit, hat aber auch heute noch seine Daseinsberechtigung: Mithilfe dieser Taste kann man in Fenstern mit mehreren Eingabefeldern von einem Feld zum nächsten springen, ohne die Maus anfassen zu müssen. Um ein Eingabefeld zurückzuspringen, kann Umschalt+Tabulator verwendet werden.

Außerdem kann die Tabulatortaste benutzt werden, um z.B. in Textverarbeitungsprogrammen wie Microsoft Word Inhalte exakt untereinander auszurichten. So könnten z.B. Fußballergebnisse folgendermaßen aufgeschrieben werden:

2015-08-08-144039_3520x1404_scrot

Der Zwischenraum zwischen den Mannschaften und dem Spielergebnis könnte mit Leerzeichen aufgefüllt werden, das führt allerdings oft zu einer ungleichmäßigen „Linie“ an der linken Kante der Spielergebnisse. Das liegt an der unterschiedlichen Breite der Zeichen, ein a ist eben breiter als ein i. Verwendet man stattdessen Tabulatoren, drückt also die Tabulatortaste statt der Leertaste, trägt das Textverarbeitungsprogramm dafür Sorge, dass dort eine gerade Linie entsteht. Aber das nur am Rande.

Mithilfe von Alt+Tabulator kann zwischen geöffneten Fenstern umgeschaltet werden, ohne zur Maus greifen zu müssen. Dazu wird zunächst Alt+Tab gedrückt. Auf dem Bildschirm erscheint eine Liste aller offenen Fenster. Alt wird weiter gedrückt gehalten. Durch mehrmaliges Drücken der Tabulatortaste kann nun das gewünschte Fenster ausgewählt werden. (Auch hier kann man sich wieder rückwärts durch die Liste bewegen, indem man Alt+Umschalt+Tab verwendet.)

Unterhalb der rechten Umschalttaste befindet sich üblicherweise auch noch eine Kontextmenütaste. Diese zeigt, wie der Name schon sagt, das Kontextmenü des aktuell aktiven/markierten Elements an (verhält sich also oft so wie ein Rechtsklick auf das markierte Element).

Die Rücktaste löscht genau ein Zeichen links des Eingabecursors, während die Taste Entf („Entfernen“) ein Zeichen rechts des Cursors löscht.

Nahe der Entf-Taste befinden sich auch die Tasten Pos1, Ende, Bild auf und Bild ab, die zur Navigation (z.B. in Dokumenten oder Browserfenstern) verwendet werden können:

Pos1 bewegt immer etwas zum Anfang von irgendetwas (abhängig vom Programm z.B. den Eingabecursor zum Anfang der Zeile, oder den sichtbaren Ausschnitt zum Anfang der Seite, …)
Ende verhält sich ähnlich wie Pos1, springt jedoch an das Ende des Elements.

Bild auf und Bild ab verschieben üblicherweise den Bildschirminhalt („scrollen“) um eine Bildschirmseite nach oben bzw. unten. In Textverarbeitungsprogrammen wird dabei der Cursor mitbewegt.

Die Pfeiltasten bewegen je nach Programm den Cursor oder den Bildschirminhalt um eine Position nach links/rechts/oben/unten.

Werden die Pfeiltasten nach links/rechts zusammen mit Strg benutzt, springt der Cursor nicht nur um ein Zeichen, sondern gleich um ein Wort in die entsprechende Richtung. Die Pfeiltasten nach oben/unten zusammen mit Strg verschieben den Cursor um einen Absatz nach oben oder unten. So lässt sich oft schneller navigieren.

Verwendet man die Pfeiltasten (oder auch Pos1, Ende, Bild auf/ab) zusammen mit der Umschalt-Taste, kann man Text oder andere Inhalte markieren, ohne zur Maus greifen zu müssen. Auch hier kann man zusätzlich noch Strg dazunehmen, um wortweise/absatzweise zu markieren.

Der Nummernblock ganz rechts auf der Tastatur erklärt sich eigentlich von selbst, jedoch ist auch dieser wieder doppelt belegt. Zwischen den beiden Belegungen kann man in diesem Fall mit der Num-Lock-Taste umschalten. Diese hat, wie Caps-Lock, eine LED oben rechts. Ist Num-Lock aktiviert, kann man mit dem Nummernblock Ziffern eingeben (wie mit den Zifferntasten oberhalb der Buchstaben). Ist Num-Lock deaktiviert, werden die anderen Belegungen aktiv, die auf den Tasten aufgedruckt sind. So werden 8, 4, 6 und 2 beispielsweise zu Pfeiltasten (die sich genauso verhalten wie die Pfeiltasten links des Nummernblocks).

Num-Lock ist oft die Ursache, wenn sich der Nummernblock nicht so verhält, wie man es im ersten Moment erwartet: Oft wurde dann versehentlich die Zweitbelegung mit den Pfeiltasten aktiviert. Ein Druck auf die Num-Lock-Taste behebt das Problem.

Die Taste Druck (rechts von F12) nimmt ein Bildschirmfoto („Screenshot“) des gesamten Bildschirms auf und legt diesen in der Zwischenablage ab. Er kann dann etwa in Paint oder Word mit Strg+V eingefügt und abgespeichert werden. Alt+Druck legt einen Screenshot des aktuell aktiven Fensters in der Zwischenablage ab.

Die Rollen-Taste ist die die dritte und letzte Taste, die üblicherweise auch über eine LED auf der Tastatur verfügt. Nur sehr wenige Programme benutzen die Rollen-Taste noch. Eines dieser Programme ist Excel: Wenn „Rollen“ aktiviert ist, verschieben die Pfeiltasten den sichtbaren Tabellenausschnitt, statt Zellen auszuwählen.

Die Pause-Taste hat heute kaum noch eine Bedeutung.

Die Taste Einfg („Einfügen“) schaltet in manchen Programmen einen Modus namens „Überschreiben“ ein (und wieder aus). Ist dieser Modus aktiviert, wird – solange sich rechts des Cursors noch Buchstaben befinden – für jeden Buchstaben, der neu getippt wird, der erste Buchstabe rechts des Cursors entfernt. Der bereits geschriebene Text wird also überschrieben, und nicht wie sonst üblich „zur Seite geschoben“. Auch diese Funktion wird gelegentlich versehentlich aktiviert und ruft damit Verwirrung hervor.

Ein Notebook, verschiedene Displaysetups

Ich stand vor dem Problem, dass ich mein Notebook an wechselnden „Bildschirmaufstellungen“ verwende und diese immer wieder von Hand konfigurieren musste. Während auf dem einem Schreibtisch ein 15″ und ein 24″-Bildschirm stehen, die ich zusätzlich zum internen Display verwende, steht auf dem anderen Schreibtisch nur ein 24″-Bildschirm, jedoch wiederum mit einer anderen Auflösung. Davon abgesehen bin ich mit dem Notebook auch regelmäßig unterwegs, sodass ich dann nur das interne Display nutze.

Ich wollte also eine möglichst einfache Lösung haben, die beim Systemstart den Benutzer nach dem Standort fragt, und dann dementsprechend die Bildschirme einrichtet. Folgendermaßen habe ich es gelöst:

Zunächst habe ich mit ARandr jedes Displaysetup in ein Shellscript exportiert (der Menüpunkt Layout -> „Speichern unter“ schreibt tatsächlich einfach ein Shellscript mit einem xrandr-Befehl, das das Setup wiederherstellt). Dann habe ich mir noch eine einfache GUI zusammengehackt (und dabei auf tcl/tk gesetzt, was ich zwar nicht beherrsche, mir aber zusammengooglen konnte):

Screenshot

Screenshot

Außerdem habe ich die Buttons mit je einer Taste verknüpft (diese ist in eckigen Klammern angegeben). Die GUI lasse ich von meinem Window Manager i3 beim Systemstart aufrufen (oder ich rufe sie später manuell auf; ein Symlink in /usr/local/bin erleichtert das, da das Programm so auch direkt von dmenu_run gefunden wird). Ich drücke jetzt also beim Systemstart nur eine einzige Taste, und das Setup das ich wünsche wird sofort wiederhergestellt.

Der Quellcode liegt auf Github, viel Spaß damit.

Hallo Google, (3)

mich ärgert schon seit einiger Zeit, dass es im Chrome-Browser unter Android nicht mehr möglich ist, sich die Metadaten von SSL-Zertifikaten anzeigen zu lassen. Früher konnte man oben in der Adressleiste auf dieses kleine Schlösschen klicken und sah, um was für ein Zertifikat es sich es handelte, wann es auslief, für welche Domains es ausgestellt war usw.

Ich will das wiederhaben!

Screenshot_2015-07-25-14-51-54-2

Stand der Dinge: „Ihre Verbindung zu dieser Website ist privat.“ – mehr Informationen bekommt man nicht mehr. (Unten: nach dem Tippen auf das Schlosssymbol)

Update 31.07.2015: Google liest offenbar hier mit: Die Funktion ist jetzt wieder da!

(Teil 1, Teil 2)

Erfahrungen mit VoIP vom Fremdanbieter am Unitymedia-Anschluss

Ich habe einen Internetanschluss von Unitymedia, der mit dem Dual Stack Lite-Verfahren arbeitet, also nativ IPv6 unterstützt und IPv4-Verkehr über Carrier-grade NAT abwickelt. Der konkrete Tarif nennt sich „Internet 50“ und bietet Zugang zum Internet in der Geschmacksrichtung 50/2,5 MBit/s. Wahrscheinlich hätte ich auch einen VoIP-Telefonanschluss dazugebucht, wenn dieser nicht mit einer Festnetzflatrate gekoppelt gewesen wäre. Nicht, dass ich etwas gegen das „all-you-can-eat“-Prinzip der Flatrates hätte, aber ich nutze den VoIP-Anschluss nun wirklich so wenig, dass sich ein horrender Minutenpreis ergeben hätte: Das kleinste Paket mit Internet und Telefon kostet nämlich ab dem 12. Monat 6,99€ mehr als „Internet 50“ und bietet noch dazu nur einen 25/1 MBit/s-Anschluss. Also, long story short: Ich will zwar telefonieren können, aber nicht zu diesen Konditionen!

Bei diesem Vorhaben spielte mir natürlich in die Hände, dass in dem Internet-only-Tarif ja immerhin Internet enthalten ist – und für reine Internettelefonie gibt es ja noch einige andere Provider. Daher habe ich mich umgeschaut und mir letztendlich einen „Call basic“-Account bei easybell eingerichtet. Dort kostet der Telefonanschluss an sich erst mal nichts, man zahlt lediglich einen kleinen Betrag pro Ortsrufnummer (kostet nach einem Jahr 0,89€/Monat) und dann eben 0,98ct/Minute ins deutsche Festnetz. Dazu kommen zu Beginn 10€ Einrichtungsgebühr, die man aber direkt wieder als Guthaben gutgeschrieben bekommt und von denen ich seit nun fast einem Jahr zehre. Eine Festnetzflatrate würde bei easybell derzeit 4,99€/Monat kosten, ist also immer noch günstiger als der Aufpreis bei Unitymedia.

Sipgate mag hier noch ein alternativer Anbieter sein, den habe ich selbst allerdings nicht getestet. Für easybell hatte ich mich letztes Jahr entschieden, weil die „schon“ IPv6 (zumindest zum Testen) anboten und Sipgate noch nicht. Soweit ich weiß hat Sipgate aber mittlerweile nachgezogen und bietet jetzt auch SIP über IPv6 an.

Anfangs hatte ich eine Fritz!Box 7270 (hinter dem Technicolor-Router von UM) mit einem DECT-Telefon benutzt, dieses Setup erwies sich aber langfristig als nicht so stabil: Es kam in der letzten Zeit immer häufiger vor, dass mich jemand anrief, mein Telefon klingelte, aber wenn ich das Gespräch annahm, ich nichts hörte – während bei meinem Gesprächspartner unverändert signalisiert wurde, dass mein Telefon klingeln würde. Einen Fehler mit dem DECT-Telefon konnte ich ausschließen, als ich feststellte, dass sich die Fritz-Android-App genauso verhielt. Also musste der Fehler bei der Fritz!Box liegen, was mich andererseits aber auch nicht überraschte, da diese FritzBox schon an anderer Stelle einmal gezeigt hatte, dass sie mit irgendwelchen Hardwareproblemen kämpfte und damals auch einen kleinen operativen Eingriff zur Wiederbelebung erforderte. Also habe ich mich nach Ersatzhardware umgesehen. Meine Wahl fiel auf das Siemens Gigaset S450 IP, das zwar für Internetverhältnisse schon steinalt ist, das ich dafür aber für gerade einmal 20€ über das eBay-Kleinanzeigenportal gebraucht erstehen konnte.

Die Konfiguration der Gigaset-Basis, die per Ethernet mit dem Router verbunden wird, ist über die Weboberfläche denkbar einfach und funktioniert so, wie auf den Hilfeseiten von easybell beschrieben. Besonders nützlich ist dabei der Tipp, dass man die IP-Adresse der Basisstation einfach herausfinden kann, indem man die blau beleuchtete (und einzige) Taste vorne auf der Basis drückt. Im Display des Mobilteils erscheint dann die gesuchte Adresse.

Gigaset S450 IP Basis

Gigaset S450IP: Basis mit blau beleuchteter Taste (lässt das Telefon klingeln, verrät die IP und leuchtet blau).

Die blaue Beleuchtung dieser Taste ist übrigens recht schwach – also keine Angst, es ist dort keine dieser schlimmen LEDs verbaut, die den ganzen Raum auch nachts taghell zu erleuchten vermögen. Nur das Netzteil der Basis machte bei mir etwas unangenehme, hochfrequente Geräusche, weswegen ich dieses unter dem Tisch und nicht in der Steckerleise auf meinem Tisch einstecken musste. Aber damit ist es dann auch getan, das stört mich nun nicht weiter (und man sagt mir nach, diesbezüglich ein recht empfindliches Gehör zu haben).

Mit so richtig langfristigen Erfahrungen mit dem Gigaset kann ich zwar noch nicht dienen, aber die Anrufe in den letzten vier Wochen kamen durchaus zuverlässig an, und das Raustelefonieren klappte auch immer. Für den „Notfall“ habe ich trotzdem noch bei easybell eine Umleitung auf meine Mobilrufnummer eingestellt, die aktiv wird, wenn die Basis aus irgendeinem Grund die Verbindung zum SIP-Server verliert. Das geht ganz einfach über das Kundenportal von easybell. Damit habe ich im Übrigen noch den Vorteil, dass ich auch dann noch über meine normale Ortsrufnummer erreichbar bin, wenn hier mal das Internet ausfällt. Ich bezahle dann zwar die Weiterleitung auf mein Handy (zu den üblichen Minutenpreisen für ein Gespräch ins Mobilfunknetz), aber immerhin kommen die Anrufe zu mir durch. Wenn man bei Unitymedia direkt VoIP-Kunde ist, kann man das afaik nicht so einrichten und ist dann gleich mit Internet und Telefon weg vom Fenster.

Aber nochmal zurück zur Hardware: Mir gefällt, dass das Mobilteil mit 2 AAA-Akkus betrieben wird, die man quasi überall für wenig Geld nachkaufen kann, wenn die aktuellen mal den Geist aufgeben. Noch zu erwähnen ist, dass das S450 IP wohl leider kein IPv6 unterstützt, und daher die SIP-Verbindung über IPv4 durch das Unitymedia-NAT läuft. Das hat bisher aber noch keine Probleme bereitet. Die Basis ist so konfiguriert, dass regelmäßig keepalive-Pakete mit dem Easybell-Server ausgetauscht werden. Ganz normale Festnetztelefonie kann das Gerät übrigens auch, es ist also kein reines IP-Telefon. Diese Funktion habe ich allerdings nicht getestet.